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(9) Naturidentische Hormone

Nachdem ich schon selbst positive Erfahrungen mit naturidentischen Hormonen (auch bioidentische Hormone) gemacht habe, möchte ich meinen Leserinnen und Lesern diese alternative Behandlungsmethode näherbringen.

Foto: S. Witschas

Ich glaube, wenn wir über Hormone sprechen, dann denken viele sicher recht schnell an Geschlechtshormone.

Und dann an die weiblichen Wechseljahre, in deren Verlauf die Produktion von Östrogen und Progesteron, die hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet werden, nachlässt.


Nur der weibliche Körper stellt mit den Jahren die Produktion dieser Hormone ein, nicht wahr?
Der männliche selbstverständlich nicht, wie man sagt.

Falsch, sage ich!

Auch Männer beginnen mit dem Abbau ihrer Geschlechtshormone, in der Hauptsache Testosteron. Ob sie das nun hören möchten oder nicht. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass sie normalerweise ihr Leben lang über einen mehr oder weniger hohen Testosteronspiegel im Körper verfügen. Wenn dieser mit zunehmendem Alter auch sehr viel niedriger ist als in jungen Jahren.

Und so wie Frauen auch „männliche“ Hormone produzieren, so produzieren Männer ebenfalls „weibliche“ Hormone.

Es gibt aber noch eine Vielzahl anderer Hormone, die mindestens ebenso wichtig sind, wie die Geschlechtshormone (z. B. Schilddrüsenhormone). Und bei allen Hormonen kann es zu einem Abbau oder Ungleichgewicht kommen. Jede Veränderung unserer Hormonproduktion und somit des Hormonstatus kann sowohl unser körperliches Wohlbefinden als auch unser Gefühlsleben negativ beeinflussen.

Was sind Hormone?

Hormone sind nichts anderes als Botenstoffe, die in verschiedenen Organen und Organsystemen gebildet werden. Sie gelangen über das Blut zu ihren jeweiligen Zielzellen, um dort Informationen zu übermitteln oder Stoffwechselprozesse auszulösen.

Was sind naturidentische Hormone?

Wenn die biochemische Struktur des nachgemachten Hormons exakt der des biologischen (körpereigenen) Hormons entspricht, dann handelt es sich um naturidentische/bioidentische Hormone.

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Diese passen perfekt in das „Schlüssel-Schloss-Prinzip“.

Für den Körper ist es dementsprechend egal, ob „echt/biologisch“ oder „unecht/nachgemacht“.

Diese naturidentischen Hormone werden aus einem Stoff hergestellt, der in der Yamswurzel enthalten ist.

Die schulmedizinische Alternative

Wenn die biochemische Struktur des nachgemachten Hormons nicht exakt der des biologischen (körpereigenen) Hormons entspricht, dann handelt es sich nicht um naturidentische/bioidentische Hormone.

Eine bessere Bezeichnung hierfür wäre „Medikamente mit Hormonwirkung“.

Diese passen nicht perfekt in das „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ und blockieren die Rezeptoren für die körpereigenen Hormone.

Wie übermitteln Hormone Informationen?

Informationen werden – wie bereits erwähnt – nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ übermittelt, und zwar wie folgt.

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  • Jedes Hormon hat seine eigene „Andock-Stelle“ (Rezeptor) an jeder Körperzelle.
  • An diese „Andock-Stelle“ kann sich immer nur das passende Hormon binden. Also genau so, wie ein Schlüssel immer nur in das zu ihm gehörende Schloss passt.
  • Wenn das (exakt passende) Hormon an der „Andock-Stelle“ ist, wird die für die Körperzelle lebensnotwendige Information übertragen.

Aber Vorsicht! Auch mit naturidentischen Hormonen kann man Schaden anrichten

Alles, was wir zu uns nehmen (Nahrung, Medikamente usw.) muss von unserem Körper verstoffwechselt werden. Das bedeutet, dass unser Körper alle Stoffe aufspaltet, Verwertbares für die Vitalfunktionen verwendet und den Rest ausscheidet.

Wenn wir unserem Körper jetzt ein „Zuviel“ von etwas zuführen (z. B. einem Medikament), dann ist er möglicherweise mit der Zeit mit der Umwandlung bzw. Ausscheidung unverwertbarer Stoffe überfordert und lagert diese „Abfallprodukte“ irgendwo (z. B. im Bindegewebe) ab. Dies führt unweigerlich mit der Zeit zu körperlichen Krankheitssymptomen.

Außerdem werden mit der Zeit unsere hormonproduzierenden Organe „faul und träge“. Das bedeutet, dass sie nach und nach die Hormonproduktion ganz einstellen, wenn wir von außen (zu viele) Hormone zuführen. Denn dadurch vermitteln wir diesen Organen, dass noch ausreichend Hormone vorhanden sind und es nicht notwendig ist, noch mehr bereitzustellen. Die hormonproduzierenden Organe reagieren jetzt frei nach dem Motto: Wieso selbst die Arbeit machen, wenn es andere für uns erledigen?

Dies erklärt auch, warum Menschen, die Kortisol einnehmen, diese Medikamente nicht sofort absetzen dürfen, sondern sie nach und nach „ausschleichen“ müssen. Zum einen deswegen, weil Kortisol ein körpereigenes, lebensnotwendiges Hormon ist. Zum anderen, weil wir unserer Nebenniere, die Kortisol produziert, die Zeit geben möchten, dass sie langsam selbst wieder mit der Herstellung des Hormons beginnt.

Auf die Ursache kommt es an

Es ist selbstverständlich gut und bequem, dass es Medikamente für unsere diversen Leiden gibt. So haben wir schnell etwas zur Hand, das einen Mangel ausgleicht oder Symptome unterdrückt. Das ist ein Weg, den man beschreiten kann.

Ein anderer Weg wäre der, dass man zunächst nach der Ursache eines Hormonmangels schaut. Oft genügt es schon, wenn man das hormonproduzierende Organ in seiner Funktion wiederherstellt, sodass es auf Dauer seinen Aufgaben wieder nachgehen kann.

Zu guter Letzt

Auch wenn naturidentische Hormone freiverkäuflich sind, rate ich davon ab, sie ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker einzunehmen. Und schon gar nicht sollte man sie „vorsorglich“ einnehmen. Nur weil z. B. Vitamin D ein sinnvolles Hormon ist, bedeutet das nicht, das jeder unter einem Vitamin D-Mangel leidet. Das gilt auch für naturidentische Hormone, die – wie alles andere auch – überdosiert werden können und dann mehr schaden als nutzen.

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, dann sprechen Sie mich an. Ich helfe gerne weiter.

Es grüßt Sie herzlich
Susanne Witschas

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(4) Wie Sie mit einer Ausleitungskur mehr Schwung in Ihr Leben bringen

Foto: pixabay, lizenzfrei

Man kann auf vielfältige Art und Weise den Körper entgiften und von überflüssigen (Schad-)Stoffen befreien.

Das wussten schon Hippokrates, Paracelsus, Hildegard von Bingen und viele andere.



Der Naturheilkunde standen und stehen noch heute vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Zum Beispiel mittels einer Ausleitungskur über die Haut (Schröpfen, Blutegel, Aderlass), durch Heilfastenkuren und Diäten und spezielle, aus verschiedenen pflanzlichen und/oder homöopathischen Medikamenten zusammengestellte Ausleitungskonzepte. Diese möchte ich Ihnen heute näher vorstellen.

Täglich kommen wir mit einer Vielzahl von verschiedenen Substanzen in Berührung, wie z. B.

  • Nahrungsmittel und deren Zusatzstoffe
  • Wasch- und Reinigungsmittel
  • Hautpflegeprodukte und Kosmetika
  • Gebrauchsartikel aus verschiedenen Materialien
  • Duftstoffe und Umweltgerüche

Diese Substanzen gelangen in unseren Körper über

  • unseren Verdauungstrakt
  • unsere Haut
  • unseren Atemtrakt

Alles was wir uns zuführen – ob gewollt oder ungewollt, ob bewusst oder unbewusst – muss von unserem gesamten Organismus verstoffwechselt werden. Stoffwechsel bedeutet, dass ein zugeführter Stoff (z. B. ein Nahrungsmittel) im Körper „aufgespalten“ wird, damit unsere Körperzellen die für sie lebenswichtigen Stoffe aufnehmen und verwerten können und die nicht verwertbaren, potentiell gesundheitsschädlichen Stoffe, über unsere Ausscheidungsorgane unseren Körper wieder verlassen.

Zu unseren Ausscheidungsorganen gehören z.B.:

  • die Haut
  • der Darm
  • die Leber
  • die Niere

Wenn eines dieser Ausscheidungsorgane nicht mehr oder nur eingeschränkt funktioniert, beeinträchtigt das die restlichen an der Entgiftung beteiligten Organe. Unser Organismus ist überfordert, unser Stoffwechsel funktioniert nicht mehr zu 100 %, und die auszuscheidenden „Abfallprodukte“ werden „zwischengelagert“ oder auch „endgelagert“, und zwar

  • in unserem Bindegewebe
  • in unserem Blut 
  • in unserer Lymphe

Wenn diese „Zwischen- oder Endlager“ entstehen, klagen wir häufig über z. B.

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  • Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Schlafstörungen

Höchste Zeit für eine Ausleitungskur

Diese Störungen sind ganz natürlich, denn unser Körper wehrt sich gegen die „Müllhalden“. Er macht uns durch diverse Symptome darauf aufmerksam, dass etwas aus dem Ruder läuft. Doch entspricht es leider der Natur des Menschen, solche kleinen Wehwehchen nicht groß zu beachten. Klar, wir können damit ja auch unseren Alltag noch immer prima bewältigen.

Erst wenn aus diesen vielen kleinen Wehwehchen ein großes „WEH“ geworden ist, reagieren wir.

Und wie reagieren wir? Wir beginnen, die vielfältigen Symptome zu behandeln, indem wir versuchen, sie mit verschiedenen Medikamenten oder Behandlungsmethoden zu unterdrücken. Wenn uns das gelungen ist, dann machen wir meistens einfach so weiter wie bisher. So lange, bis das nächste oder womöglich dasselbe Symptom wieder auftritt. Und wieder suchen wir nach einem Weg, das Symptom zu unterdrücken. Und wieder machen wir so weiter wie bisher, bis das nächste Symptom oder …

Sie bemerken, worauf ich hinaus will? Wir beginnen, uns in einem „Hamsterrad“ zu drehen. Und zwar so lange, bis das Hamsterrad kaputt ist und wir so krank sind, dass es  nicht mehr damit getan ist, die Symptome zu unterdrücken. Bis wir dann tatsächlich nicht mehr im Stande sind, unseren Alltag zu bewältigen, weil unser Gesundheitszustand das nicht mehr zulässt. Und dann ist guter Rat teuer!Lassen Sie es nicht so weit kommen. Auch wenn Sie sich rundum wohl und gesund fühlen, schadet eine Ausleitungskur unter keinen Umständen. Sie trägt zur weiteren Gesunderhaltung bei. Und wenn Sie schon die ersten kleinen Wehwehchen verspüren, dann hilft die Ausleitungskur auch Ihnen, sich wieder wohl und gesund zu fühlen.

Was genau passiert bei einer Ausleitungskur?

Durch die Einnahme verschiedener pflanzlicher und/oder homöopathischer Medikamente über einen kurzen Zeitraum werden die Ausscheidungsorgane bei ihrer Arbeit unterstützt. So können die eingelagerten „Abfallprodukte“ aus ihrem „Zwischenlager“ entfernt werden und unseren Körper verlassen. Unser Organismus ist jetzt entlastet, und unser Stoffwechsel funktioniert wieder einwandfrei. Wir fühlen uns besser und verfügen wieder über mehr Energie.

Was muss ich während einer Ausleitungskur beachten?

Foto: privat S. Witschas

Grundsätzlich nichts, außer dass Sie die Medikamente in der richtigen Dosierung und über den empfohlenen Zeitraum regelmäßig einnehmen.

Empfehlenswert wäre jedoch, dass Sie während dieser Zeit auf folgendes achten, damit die Ausleitungskur noch bessere Wirkung zeigt:

  • Essen Sie viele stuhlfördernde Nahrungsmittel (z. B. halb gar gekochte Kohlarten, grüne Blattsalate, mildes Obst mit wenig Säuren).
  • Verzichten Sie möglichst auf Genussmittel (Alkohol, Tabak, Zucker).
  • Meiden Sie Lebensmittelzusatzstoffe (z. B. Geschmacksverstärker, Lebensmittelfarben).
  • Achten Sie auf genügend Bewegung und gönnen Sie sich Ruhezeiten.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit (z. B. Wasser, Kräutertee) zu sich, denn die Nieren haben in dieser Zeit besonders viel zu tun.

Wenn Sie sich unsicher sind, wie viel Sie am Tag trinken sollen, dann können Sie dies berechnen: Ihr Körpergewicht x 35 : 1000 = Liter an Neutralflüssigkeit/Tag

Kann es während einer Ausleitungskur zu unerwünschten Wirkungen kommen?

Ja! Es ist für unseren Körper sehr anstrengend, Gifte auszuleiten. Er braucht in dieser Zeit sehr viel Energie, und unser Kreislaufsystem wird stark beansprucht. Daher müssen ältere Menschen und Menschen, die eine kräftezehrende Krankheit hinter sich haben, zuerst ihren Energiehaushalt wieder regulieren.

Es kann sein, dass Sie während einer Ausleitungskur genau dieselben Symptome verspüren wie zu der Zeit, in der Ihr Körper die Abfallprodukte eingelagert hat. Aber dies ist ein gutes Zeichen, denn so bemerken Sie genau, dass die Ausleitungskur wirkt. Und wenn alle Abfallprodukte ausgeschieden sind, verschwinden natürlich auch die lästigen Wehwehchen.

So gehe ich vor, wenn mich Patienten – egal mit welcher Thematik – aufsuchen:

Ich beginne grundsätzlich immer zuerst mit einer Ausleitungskur (Ausnahme: Menschen mit Energiemangel). Denn aus Erfahrung weiß ich, dass alle nachfolgenden Behandlungen erst dann erfolgreich greifen können, wenn der Körper von allen belastenden Stoffen befreit ist.

Welches Ausleitungskonzept bzw. welche Medikamente der Patient nehmen soll, lege ich nach der kinesiologischen Testung fest. So ist gewährleistet, dass der Patient von Anfang an das für ihn optimale Medikament einnimmt.

Zur Gesunderhaltung empfiehlt es sich, zweimal jährlich eine Ausleitungskur zu machen, und zwar in den sogenannten „Umstimmungsjahreszeiten“:

  • Frühling (zur Reinigung des Blutes und zum Blutaufbau nach dem Winter)
  • Herbst (zur Schlackenausscheidung als Vorbereitung für den Winter).

Wenn auch Sie einmal erfahren möchten, wie gut man sich nach einer Ausleitungskur fühlen kann, dann helfe ich Ihnen gerne, das passende Ausleitungskonzept zu finden.

Es grüßt Sie herzlich
Susanne Witschas

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(3) Cholesterin – Fluch oder Segen?

Kennen Sie solche Gespräche?

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 „Meine Knieschmerzen werden immer schlimmer“, sagt der vollschlanke Mann am Nebentisch. „Ich kann kaum noch Treppen steigen.“

„Da brauchst du mir nichts zu sagen“, erwidert sein kurzatmiger, schnauzbärtiger Tischnachbar, „mit Schmerzen kenne ich mich aus. Ich habe seit einer Woche Rücken und halte es nur mit Wärmepflaster und Medikamenten aus!“


„Ja“, seufzt der dritte im Bunde, ein hagerer Mann in den besten Jahren, der an einen Marathonläufer erinnert. „Das Alter schlägt erbarmungslos zu. Ich kann nachts nicht mehr durchschlafen und wache häufig mit Herzrasen auf und denke, mein letztes Stündchen hat geschlagen. Die Schlaftabletten, die mir mein Arzt verordnet hat, helfen auch nicht.“

Der eine nimmt einen großen Schluck seines Hefeweizens, der andere schneidet ein großes Stück Fleisch von seinem Steak ab und steckt sich genüsslich in den Mund.

„Eure Sorgen möchte ich haben“, meldet isch plötzlich der vierte Mann am Tisch. „Ich habe Cholesterin!“

„CHOLESTERIN?“, schreien die drei Herren am Tisch unisono entsetzt auf.

Mir stockt der Atem. Cholesterin?! Ich schaue von meinem vegetarischen Gericht auf, das wohl geordnet auf meinem Teller liegt, und dem etwas Cholesterin nicht schaden würde.

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Es ist mucksmäuschenstill im Restaurant. So, als ob jeder Gast bei dem Wort „Cholesterin“ in gespanntes Schweigen versunken sei. Den Herren an meinem Nebentisch hat es die Sprache verschlagen. Sie starren ihren Freund an.

„Wo zum Teufel hast du dir denn das Cholesterin eingefangen?“, fragt endlich einer von ihnen.  „Dagegen musst du sofort etwas tun!“ Ich schaue mir den Cholesterin-Mann näher an. Er sieht doch ganz gesund aus, denke ich. Normalgewichtig, gesunde Gesichtsfarbe, ca. 60 Jahre alt und volles, leicht ergrautes Kopfhaar. Das Cholesterin steht ihm aber gut, denke ich so im Stillen.

Okay, ich gebe es zu:
Diese Geschichte ist frei erfunden. Aber viele von uns können aus Erfahrung sagen, dass sie solche – oder ähnliche – Gespräche schon gehört oder womöglich selbst geführt haben.

Cholesterin will uns Böses, will uns schaden, macht uns krank. Es muss mit aller Macht bekämpft werden. Ein jeder scheint zu wissen, was ein zu hoher Cholesterinspiegel vermeintlich anrichten kann. Aber was Cholesterin überhaupt ist und wofür unsere Körper Cholesterin benötigt, scheint den wenigsten Menschen bekannt zu sein. Ich möchte heute ein wenig Licht in dieses Dunkel bringen.

Was ist Cholesterin überhaupt?

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Cholesterin, auch Cholesterol, ist ein „Blutfett“ (griechisch: χολή cholé = Galle, und στερεός stereós  = fest) und ein in allen tierischen Zellen vorkommender Naturstoff. Der Name leitet sich davon ab, dass Cholesterin bereits im 18. Jahrhundert in Gallensteinen gefunden wurde. So, das hätten wir also geklärt.



Wie gelangt Cholesterin in unseren Körper?

  • ca. 80 % produziert die Leber
  • ca. 20 % wird über die Nahrung zugeführt

Und für was benötigt unser Körper Cholesterin?

Cholesterin ist die Grundsubstanz

  • aller fettlöslicher Hormone (Cortisol, weibliche und männliche Sexualhormone, Aldosteron)
  • der Gallensäure
  • aller fettlöslichen Vitamine (E, D, K, A)
  • der Mitochondrien (Kraftwerke in unserem Zellkern) und Membranen der Billiarden menschlicher Zellen

Verbraucht unser Körper immer das gesamte Cholesterin? 

  • Nein, es wird nicht das gesamte zur Verfügung stehende Cholesterin verbraucht
  • überschüssiges, nicht benötigtes Cholesterin wird über den Darm ausgeschieden.

Was passiert, wenn zu wenig Cholesterin in unserem Körper ist?

Dann beginnt die Leber automatisch damit, mehr Cholesterin herzustellen, damit die Körperfunktionen aufrechterhalten werden können.  Cholesterin wird zur Herstellung folgender Stoffe und Hormone benötigt:

  • Cortisol (Herstellungsort: Nebennierenrinde)
  • Gallensäuren (Herstellungsort: Leber)
  • Vitamin D (Herstellungsort: Körper, Umwandlung: Haut durch Sonneneinstrahlung)
  • Aldosteron (Herstellungsort: Nebennierenrinde)
  • Sexualhormone (Herstellungsort: Hypothalamus/Hypophyse/Hoden/Eierstöcke)

Ein Mangel an Cortisol kann sich dadurch äußern, dass es Ihnen an Energie fehlt (chronisches Erschöpfungssyndrom bis Burnout), Ihre Herz-Kreislauf-Funktion und die Wundheilung gestört sind.

Ein Mangel an Gallensäuren kann Verdauungsbeschwerden aller Art hervorrufen, wie z. B. Darmträgheit, Verstopfung, Blähungen usw.

Ein Mangel an Vitamin D führt bei Kindern und Jugendlichen zu Wachstumsverzögerungen und bei Erwachsenen zu „sonstigen degenerativen Knochenerscheinungen“. Vitamin D sorgt auch dafür, dass unsere Knochen weder „entkalken“ (Osteoporose) noch „erweichen“ (Rachitis).

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Ein Mangel an Aldosteron kann zu Herz-Rhythmus-Störungen (Notfall) und Nervenschäden (Notfall) führen, und die Behandlung gehört in die Hände eines Arztes. Zu wenig Aldosteron bewirkt eine Veränderung des Drucks in den Blutgefäßen und dem umliegenden Gewebe, es entstehen sichtbare Wassereinlagerungen (z. B. geschwollene Beine usw.).

Ein Mangel an Sexualhormonen kann zu Erektionsproblemen (erektile Dysfunktion) bis Impotenz des Mannes und zur Unfruchtbarkeit der Frau führen. Es kann außerdem Schlafstörungen hervorrufen, weil die Produktion der Sexualhormone aus dem Gleichgewicht gerät. Dieses Ungleichgewicht und das Fehlen der Sexualhormone führen zu einem Muskelabbau bei Männern wie auch bei Frauen, die Körperkraft schwindet.

Zitat: … Wenn Cholesterin der Grundbaustein der Steroidhormone ist, dann erscheint es logisch, dass Cholesterin sich erhöht, wenn mit zunehmendem Alter weniger Geschlechtshormone gebildet werden, denn es bleibt „unverarbeitet liegen“. Anders gedacht könnte ein erhöhter Cholesterinspiegel auch ein Signal für den Körper sein, dass er eigentlich mehr Geschlechtshormone bilden sollte, aber aus irgendwelchen Gründen nicht mehr tut oder tun kann…“ (Dr. med. Annelie Scheuernstuhl/HP Anne Hild, Natürliche Hormontherapie, 14. Aufl. 2016, S. 29)

Wenn ich dieses Zitat lese, stelle ich mir unweigerlich die folgende Frage: 

Wenn also Cholesterin der Grundbaustein all der oben aufgeführten Stoffe und Hormone ist (und noch von vielen mehr), erscheint es da nicht auch logisch, dass das Cholesterin sich erhöht, wenn der Körper mehr von diesen Stoffen und Hormonen zur Aufrechterhaltung unserer lebensnotwendigen Körperfunktionen bilden muss?

Ich kann hier in der Kürze der Zeit nur einige der wichtigsten Zusammenhänge aufführen, aber ich hoffe dennoch, dass viele Informationen sehr hilfreich für Sie sind. Selbstverständlich können auch viele andere Ursachen dafür verantwortlich sein, dass unser Körper die oben genannten Stoffe und Hormone nicht richtig oder in ausreichender Form herstellen kann. Tatsache bleibt jedoch, dass Cholesterin immer benötigt wird.

Und zu guter Letzt noch eine Frage an Sie:

Welches Körperorgan – glauben Sie – benötigt am meisten Fett, um richtig arbeiten zu können?

Schwierig, denken Sie? Dann hier ein Tipp: Man sagt, es liebt „Studentenfutter“. Genau!

Unser Gehirn!

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Unser Gehirn ist unser fettreichstes Organ.
Das heißt, es speichert mehr Fett als in unserem Blut zirkuliert. 

Ich selbst stelle mir von Zeit zu Zeit die Frage, warum die Natur es so eingerichtet haben soll, dass unser eigener Körper einen Stoff herstellt, der (ab einer gewissen Konzentration) potentiell gesundheitsschädlich ist. Denn wir brauchen Cholesterin zum Leben, damit unsere Körperfunktionen erhalten bleiben. Ist die Hysterie um einen zu hohen Cholesterinwert unnötig? Was meinen Sie?

Wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich, ich kaufe mir jetzt erst einmal eine Packung „Studentenfutter“…

Es grüßt Sie herzlich
Susanne Witschas

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